Wie kommt eigentlich der Griff ins Buch?
Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs präsentierte kreative Bücher aus dem Sortiment des Hermann Schmidt Verlags Mainz
„Aus Liebe zum Buch“ und zur ideenreichen
Gestaltung verlegen Karin und Bertram
Schmidt-Friderichs seit 1992 Bücher zu
Typographie, Grafikdesign und Werbung.
Ende April kam Karin Schmidt-Friderichs mit Kisten voller kreativer Sachbücher, Kalender und
Ideenkarten an die Lazi Akademie und erzählte
ganz individuelle Produktionsgeschichten. Vor rund 40 Studenten zeigte sie Tücken auf und gab wertvolle Tipps rund um die Buchproduktion.
Der Präsentationstisch liegt voll unterschiedlichster Bücher. Karin
Schmidt-Friderichs greift willkürlich hinter sich
auf den Tisch: „Zu jedem Buch gibt es etwas zu
erzählen“. Sie beginnt
mit Erik Spiekermanns Typographielehre
„Ursache und Wirkung“, die der Hermann Schmidt Verlag 1992 wieder auf- und damit auch den Grundstein für das Verlagsprogramm gelegt hat. Ein Buch zum Drehen und Wenden. Denn, wie zeigt man subtil, was
Typographie so alles kann? In dem das Bändchen einen vierfach wendbaren Umschlag bekommt und gestalterisch als Liebesroman, Krimi, Sachbuch oder Science Fiction daher kommt. |

(Foto: Stefan Eigner)
Sinnliche Reize und versteckte Seiten laden zum Entdecken und Anfassen ein: ein Fotoalbum mit knisterndem Transparentpapier, ein Samt roter Einband, ein gespolstertes rosa Cover mit kessem Bauchnabel oder seitlich perforierte Doppelseiten: „Wir wollen in all der Reizüberflutung einladen, sich Zeit zu nehmen und die Neugier wecken“. Apropos Neugier. Wie kommt denn eigentlich
ein Griff ins Buch? Für die Publikation von Mario Prickens „Visuelle Kommunikation“ wünschte sich Gestalterin Christine Klell ein echtes „Handbuch für den praktischen Einsatz“, schmunzelt Karin Schmidt-Friderichs. Also bitte mit Griff, und nicht etwa außen angebracht, nein, das wäre ja leicht. Mitten durch Cover und Seiten sollte er gehen. Eine Herausforderung für das ganze Produktionsteam. Im Gespräch mit dem Buchbinder kristallisierte sich heraus: Es ist technisch nicht |